ProjektXchange

ProjektXchange zum Thema „Migration und Flucht“

Am Mittwoch, dem 15.3.2017, besuchten Frau Zechmeister, vom projektXchange (Land der Menschen) und Herr Sefa Yetkin (Migrationsbeauftragter AMS OÖ) die 4F.

Das projektXchange hat zum Ziel, Vorurteile und Konflikte im Bereich Migration und Integration an Hand von direkten Begegnungen abzubauen. Dafür kommen sogenannte „Botschafter“, d.h. Menschen mit Migrationserfahrung, in Schulen, um mit den Schülern Themen, wie Flucht, Integration oder Fremdenfeindlichkeit, zu diskutieren.

Unser „Botschafter“ hieß somit Sefa Yetkin. Seine Eltern waren als Arbeitsmigranten aus der Türkei nach Österreich gekommen, dann aber wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt. Herr Sefa wurde durch die Begegnung mit seiner jetzigen österreichischen Frau nach Linz verschlagen, wo er nun schon seit vielen Jahren lebt und arbeitet

Die zwei Stunden begannen damit, dass uns Sefa auf Türkisch begrüßte und sich – ebenfalls auf Türkisch – vorstellte. Da niemand von uns Türkisch sprechen, geschweige denn verstehen konnte, erfuhren wir auf diese Weise, wie es ist, in ein fremdes Land zu kommen, dessen Sprache man nicht spricht. Danach erzählte er uns viel über seine persönlichen, teilweise leider fremdenfeindlichen Erfahrungen als Türke in Österreich. So wurde er, nur weil er eine blau-gelbe Jacke trug, aufgrund seiner dunklen Hautfarbe und seines fremden Aussehens für einen Zeitungsverkäufer gehalten. In seiner Arbeit musste er ausländerfeindliche Witze mitanhören und noch heute wird er wegen seiner Abstammung und seines Aussehens in manche Lokale nicht hineingelassen. Natürlich hatte er auch positive Erfahrungen gemacht, die ihm das Ankommen in Österreich erleichterten.

Integration war ebenfalls ein zentrales Thema. Der Frage Wie integriert man sich? stand die Frage Was braucht zum Beispiel ein Flüchtling, um sich integrieren zu können? gegenüber. Für eine erfolgreiche Integration braucht es somit ein Entgegenkommen von beiden Seiten. Als wichtigsten Punkt für eine erfolgreiche Integration nannte Sefa das Erlernen der deutschen Sprache, die Anpassung an die geltenden Regeln, aber auch mehr Möglichkeiten, um sich wirklich integrieren zu können, wie zum Beispiel das Vermeiden von Ghettobildungen durch eine passende Wohnpolitik.

Der Workshop verging wie im Flug. Als Dankeschön überreichten wir Sefa einen Korb voller österreichischer Köstlichkeiten.