Impressionen aus Auschwitz und Krakau

Impressionen aus Auschwitz und Krakau
8F und 6F (17.12.-20.12.2015)


Sophie Sonnleitner Aus Nummern werden Namen

Zuerst eine Nummer. Sie verziert unsere Geschichtsbücher.
Dann ein Name. Einer unter Millionen, wie wichtig kann er schon sein.
Dann ein Gesicht. Ein Gesicht das eine Geschichte erzählt, vom Leben beraubt und vom Leid geprägt.

Oftmals hat man uns davon erzählt, hat uns unterrichtet und uns Filme davon gezeigt. Man hat uns Bücher gegeben, Bücher, die wir lesen mussten und die uns etwas lehren sollten. Uns wurde von Zahlen berichtet, von den Tätern und von den Opfern. Die Geschichten wurden uns erzählt und von den vielen Namen, die in Ver-gessenheit geraten waren, blieb uns nur einer im Kopf.

Wir wussten dass all dies geschehen war, dass es ein Teil der Menschheit und deren Geschichte bleiben würde. Auch noch in vierzig Jahren wird man es den Schülern mit Vorsicht schildern und versuchen, ihnen so viel wie möglich nahezubringen. Doch nimmt man es sich richtig zu Herzen, wenn man nur Zeile um Zeile darüber liest, wenn in eine Abfolge nach der anderen grauenhafte Bilder zeigt?

Ich dachte, mir wäre das Ausmaß dieser grauenvollen und vor langer Zeit geschehenen Vernichtung bewusst, nachdem man es mir zahlreiche Male erzählt hatte. Doch ein wirkliches Bild, ein echtes Gefühl begann sich erst zu entwickeln, als ich direkt vor den steinernen Barracken stand. Als ich unter dem Tor hindurch ging, mit den Worten ‘Arbeit macht frei’ über mir geschrieben. Nachdem ich zahlreiche Schaukästen besichtigt hatte, eine Zelle nach der anderen gesehen und den Gestank von kaltem Stein und Asche in der Nase hatte, dachte ich, ich wisse nun mehr.

Aber erst als wir zum letzten Haus, zum letzten Ausstellungsgebäude kamen, begann sich in mir ein Schalter umzulegen. An den Wänden hingen die Bilder der Häftlinge. Unter ihren grauen mit Augenringen gezeichneten Gesichtern, standen Daten am Bildrand: der Tag ihrer Geburt, der Tag ihrer Gefangennahme, bis zu dem Tag ihres Todes. Kinder, keine 10 Jahre alt, Frauen mit blasser Haut und Männer mit kahl geschorenen Köpfen. Das Leben eines Menschen, festgehalten auf einem einzigen Blatt Papier. Ein Bild voller Angst, Qual und verlorener Hoffnung.

Die vielen Nummern in unseren Büchern, bekamen jetzt Namen und über ihren Namen starrte uns ein Bild entgegen. Nun weiß man, wer es ist, wer es war und wer es immer sein wird. Letztendlich mussten sie alle sterben. Doch keiner von ihnen verdient es, mit in einer sechsstelligen Nummer unterzugehen.

Bericht Magdalena Fabian (6F)
Bericht Alexandra Hofinger (6F)
Bericht Katja Brabec (6F)
Bericht Marina Pasteyrik (6F)
Bericht Sonja Kuri
Bericht Lena Mayrhuber (6F)
Bericht Ulla Feischl (6F)
Bericht Nina Andexlinger (6F)
Bericht Felix Zeller (6F)
Bericht Laura Winkler (6F)
Bericht Christina Narzt (6F)
Bericht Sarah Pührerfellner (6F)
Bericht Sarah Schöllhammer (6F)
Bericht Lisa Madlmair (8F)
Bericht Daniela Peichl (8F)
Bericht Selina Tokatligil (8F)
Bericht Vanessa Schoissengeier (8F)
Bericht Julia Koppler (8F)
Bericht Julia Kierner (8F)
Bericht Elena Bogensperger (8F)
Bericht Alessa Wolfram (8F)
Bericht Sophia Gruber (8F)
Bericht Michael Hötzendorfer (8F)